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Bistro im Victorian

Ein großer, brasserieartiger Speisesaal eine Etage unterhalb des eleganten Victorian; vorn an den Fenstern ein paar Tische und eine lange Bar, wo man sieht und vor allem gesehen wird.
Hier tafelt das betuchte rheinische Bürgertum, anständig und akkurat, aber bloß nicht zu extravagant.
So erklärt sich auch, warum Klassiker wie die Nürnberger Rostbratwürstchen, der Düsseldorfer Senfrostbraten, Matjes oder das exzellente Roastbeef mit Remouladensauce und – wenn man sich etwas Besonderes leistet – die famose hausgemachte Gänseleberterrine mit Apfel/ Sauternes-Gelee unverrückbar auf der Karte ­stehen. Es gäbe sonst unter den Alteingesessenen Aufruhr!
Aber selbstverständlich sind auch Neuerungen zu bemerken, wenn man auf den Lederbänken hockt und bis Mitternacht ab und an in die einsehbare Küche schaut: geräucherte Paprikasuppe, wacker gegarte Dorade mit Parmaschinken-Spitzkohl, Mangotarte mit Limettensorbet oder, als Konzession an den globalisierten Zeitgeist, in Zitronengras geschmorte Schweinebäckchen mit Shii Take.
Der Düsseldorfer Geschäftsmann trinkt hier Kir Royal oder Gosset Grand Rosé, die jungen Erben schlürfen Caipirinha oder Rosso piceno. Auf Wunsch wird auch die admirable Karte aus der Beletage vorgelegt.
Effektiver, wendiger Service. Und noch ein Tipp für all jene, die nicht wissen, wo man am Sonntag noch anständig essen kann: Es gibt von 11.30 bis 15 Uhr ein ordentliches Menü für 20 bzw. 30 €!

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.