Detailansicht

zurück

genuss:raum sylt-quelle

„Wasser ist das einzige Getränk“, befand Brillat-Savarin, der für die Gourmandise so zitierträchtig ist wie Goethe in sonstigen Fragen zwischen Himmel und Erde, „das den Durst wirklich löscht. Deswegen kann man auch nur so wenig davon trinken.“ Das muss auch Gottes Urteil sein. Denn wenn er gewollt hätte, dass wir Wasser trinken, hätte er nicht 96,5 % davon versalzen.
Wer Wasser mag, bekommt nur selten so gutes wie hier. Jahrtausende alt ist es in Hunderten von Metern Tiefe von keiner neumodischen Umweltbelastung beeinträchtigt – in Sylts unberührter Dünenlandschaft wurde und wird weder gedüngt noch gespritzt. Das an natürlichem Jod sehr reiche, an Natrium relativ arme und angenehm magnesiumhaltige Wasser gibt’s nirgendwo frischer als in dem 16-eckigen gläsernen Bau vorm Abfüllwerk der Sylt-Quelle.
Wem Wasser zu seinem Glück nicht reicht: Es gibt die Œuvres ambitionierter Kunstausstellungen im ersten Stock (sowie öffentliche wissenschaftliche Symposien im Betrieb) und im Restaurant vom Frühstück bis zum Abendmahl etwas zu essen. Leider bietet die Küche manch verkrampfte Kreativität wie z.B „gegrillter Schweinebauch trifft pochierte Jakobsmuschel auf Wasabi-Süßkartoffel-Püree“ (Speisekartenformulierung) oder friesisches Lammkarree mit Vanillejus. Wie wohltuend sind da Heringsfilets „Hausfrauen-Art“ mit Butterkartoffeln und Speckböhnchen.
Dazu können Anhänger von Brillat-Savarins und Andersgläubige aus einer Weinkarte wählen, die lediglich die Sansibar-Kollektion für trinkbar hält.

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.