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Le Corange

An ihren Tüten sollt ihr sie erkennen: Nicht wenige Gäste schließen im 6., dem obersten Stockwerk des Modehauses Engelhorn in der Fußgängerzone Planken ihren Einkauf ab. Man hat hier nicht nur einen schönen Ausblick über die Dächer der Stadt, sondern kann sich auch im exquisiten Ambiente vom Anprobieren erholen. Alles wirkt recht edel und weltläufig, sogar die Mühlstein-Skulpturen stammen vom französischen Star-Architekten Philippe Starck.
Weniger schön ist, dass einem in der Nähe der offenen Küche allerlei Düfte um die Nase wehen, die selbst von der Luftschranke nicht zurückgehalten werden. Und sollten sich Gruppen zum Essen im Corange verabredet haben, kann die laute Akustik schon mal den Chill-out trüben. Dennoch zählt das Restaurant zu den schicksten der Stadt.
Vor allem aber wissen die Gäste zu schätzen, dass Altmeister Manfred Bantle und sein junger Co-Küchenchef Andreas Löffler seit vielen Jahren eine klar Linie verfolgen: gute Produktqualität und Konzentration aufs Wesentliche.
Die Ravioli in geschmolzener Butter mit gehobeltem Parmesan und Hummerkrabben oder die Variation vom Thunfisch (Tatar und Sashimi mit Avocadocrème) stehen für diese gradlinige Küche ohne viel Schnickschnack. Dabei überzeugt stets die Frische der Meerestiere. Manchmal schleichen sich aber auch Unachtsamkeiten ein, etwa wenn beim kleinen Polypen mit Seeteufel, Oliven, Chilireis, Korinthen und Pinienkernen der Pulpo leicht angekokelt ist. Oder die Bratkartoffeln zum Filetsteak zu stark gesalzen sind.
Ansprechende Desserts wie das Amaretto-Tiramisù mit Karamelleis und Früchten oder die Walnuss/Schokoladen-Tarte mit Nuss/Nougat-Mousse und Bailey-Sauce lassen darauf schließen, dass im Bereich der Pâtisserie deutlich und gut nachgelegt wurde.
Ein Schnäppchen ist das Tagesmenü (um die 30 €): Es bietet z.B. Garnelen-Zitronengrasspieß auf Glasnudeln und Wasabi-Mayonnaise, Atlantik-Glattbutt in Krustentiersauce, dazu Kartoffel/Pistazien-Püree, und Pflaumenbeignets mit Vanilleeis in Fruchtsauce.
Zu den Pluspunkten des Restaurants zählt auch die zügige Taktfrequenz der Gerichte, die ein flotter, aber nicht immer aufmerksamer Service locker auftischt. Besonders bei den Weißweinen gefällt die ebenso große wie erschwingliche Auswahl an Flaschen und Offenen. (Im Stockwerk darunter lädt eine Bar zu kleinen Gerichten ein. Von dort aus gelangt man auch auf die begrünte Terrasse hoch über der Einkaufsmeile.)

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.