Diese Weinbar gegenüber der Markthalle ist ein vielleicht ungewollt pädagogisches Unternehmen: Die etwas mehr als geschätzt 100 Weine, vorzugsweise aus Deutschland, werden zu äußerst jugendfreundlichen Preisen angeboten. Sehr passabler Offener (0,2 l) fließt schon für weniger als 4 € ins Glas. Das schafft eine in Hannovers Weinwelt noch nicht gekannte demografische Struktur: das gewiss jüngste Wein-Publikum der Stadt – lobenswert! (Es gibt auch Bier, Limonaden, Wasser, Kaffee, Tee, Cocktails, andere Mischgetränke und Sekt.)
Diese juvenile Öffnung in die Zukunft erstaunt auch sonst: Denn die kleine Weinkarte wurde in deutlich zerfleddertem Zustand auf den Tisch gelegt, und deren Übersichtlichkeit glich einem Suchspiel – Offene und Flaschen sind munter gemischt, Jahrgangsangaben fehlen. „Bei uns“, erklärt der Service, „wechseln die Weine ja so oft...“ Die größten Flaschen kommen von Ornellaia oder Tignanello.
Falls Sie etwas essen wollen, müssen Sie als Tomaten/Brot-Salat einen mächtigen Mischmasch aus ölig-schwammigen dicken Brotwürfeln mit ein wenig Tomatenteilen und Rucola fürchten oder Filetsteak, das auf dem Teller in einem sich ständig vergrößernden Fleischsaftbad schwimmt.
Als Ablenkung funktioniert die Musikanlage – und wie!
Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.