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Orlando

Neuer Küchenchef, neues Spiel um die Aufwertung dieser Location zu einem ganztägig funktionierenden Treffpunkt in der Innenstadt. Es gibt ab 9 Uhr Frühstück und bis nachts um 2 in der Orlando-Bar eine kleine Karte. Wer’s beim Lunch eilig hat, nehme „Schuhbecks Mittagsempfehlung“ für 9,80 €, die beispielsweise Kirchweih-Gänsebraten mit Gewürzblaukraut, Brezenknödel und Preiselbeersauce oder Kalbstafelspitz mit Meerrettich und Wurzelgemüse bietet.
Das Bistro ist ideal zum Sehen und Gesehenwerden – wer beides will, findet genügend Kristallspiegel, die vom ganzen Lokal (so kommt es einem vor) goldig eingerahmt werden. Denn Goldbronze dominiert das aufwendig restaurierte Interieur aus deutscher Gründerzeit, in der das imposante Haus erbaut worden ist. (Es heißt nach dem an dieser Stelle mal wohnhaften Renaissance-Musikfürsten Orlando di Lasso.)
In die Küche kam mit Frank Seyfried mehr Konstanz und Sorgfalt sowie die Bereitschaft, das vermeintlich Einfache gut zu machen. Auf der Karte finden sich auch Schuhbeck-Schmankerl wie ein großzügiges G’röstel aus Fleisch und Geflügel, der FC Bayern-Salat und die vermutlich beste Currywurst in München.
Eine Attraktion ist die große Freiterrasse zum immer belebten Platzl, einem Herzstück Altmünchens.
In der Bar interpretiert Schuhbeck manchen Cocktail-Klassiker neu, z.B. den Bellini mit Quittenmark, das mit Madagaskar-Vanille und Stern-Anis gewürzt und mit Champagner aufgegossen wird. Der ist original Roederer, für Biertrinker wird Augustiner gezapft, die offenen Weinen kommen aus Schuhbecks Keller, der ca. 800 Positionen lagert.

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.