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Muschitz Ein Restaurant

Unweit des Kurparks liegt das kleine Restaurant von Brigitte und Franz Muschitz. Wer im holzgetäfelten Gastraum mit den lederbezogenen Stühlen und Bänken den Blick über den Mosaikboden, den Stuck oder die Jugendstillampen schweifen lässt, muss unweigerlich an ein Wiener Kaffeehaus denken.
Diesen optischen Rahmen sprengt die Küche. Das gebacken Stubenküken mit Kartoffel/Rucola-Salat, Wachtelei und Parmesanspänen ist eine schmackhafte italienisch angehauchte Variante des Backhendls. Weniger erschließen sich uns das Carpaccio vom weißen Thunfisch mit Passionsfruchtmarmelade (leider kernhaltig), milden Pfefferkörnern und etwas Rucola oder die Fleischpflanzl vom Thunfisch mit Wildfanggarnele in Honig/Chili-Gemüse (das zur Barbarie-Entenbrust ungleich besser passt).
Plausibel hingegen der kross auf der Haut gebratene Bodenseezander zu Balsamicolinsen mit Karottenwürfeln und Kartoffeln oder die Medaillons vom Steinbeißer mit Jacobsmuschel und Queller in Krustentierrahm, Basmatireis und Karottenstreifen – bei solchen Gerichten spielt der Chef sein handwerkliches Können aus und zeigt Sinn für die rechte Würze. Beides demonstrieren auch die saftigen Koteletts vom irischen Lamm mit Ratatouille und Rosmarinkartoffeln oder der Rostbraten in Sauerrahmsauce mit Wurzelgemüse und Meerrettich.
K. u. k. gestaltet sich gottlob das süße Finale. Für alle Mehlspeisenliebhaber gibt’s Topfenknödel mit Zuckerbrösel auf fruchtiger Grütze, gefüllte Palatschinken oder auch mal einen Blaubeerschmarren. Wer möchte, bekommt auch aufgespritztes Sorbet oder die klassisch-langweilig-süße helle und dunkle Mousse au chocolat.
Drinnen wie draußen auf der Terrasse bewirtet Brigitte Muschitz die Gäste mit herzlicher Freundlichkeit und öffnet manche fair kalkulierte Flasche.

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.