Detailansicht

zurück

Harfenmühle

Campingplätze haben kulinarisch meist weniger als nichts zu bieten, hier gibt man sich immerhin Mühe. Gutbürgerlich isst man in der Mühlenstube, wo mit Rehragout, Schnitzel mit Pommes oder Eisbechern die Gelüste typischer Camper befriedigt werden, gehobener in der Harfenmühle.
Die Küche langweilt mit Standards wie Kalbsbries auf Sprossensalat oder Spargel/Kartoffel-Salat zu Jacobsmuscheln. Selbstverständlich ?darf hier auch der Zander nicht auf der Karte fehlen, der als dickes und saftiges Stück mit knuspriger Haut daherkommt. Mit einer cremigen Ratatouillesauce konnte er sich noch so einigermaßen anfreunden, nicht aber mit einem Kartoffelpüree, das durch schwarze Oliven einen unangenehmen Bitterton erhielt. Nichts zu mäkeln gab es beim Rinderfilet, das so gebraten wie bestellt auf dem Teller lag und von Selleriepüree begleitet wurde. Die Kirschsauce dazu hätten wir allerdings nicht gebraucht, zumal sie nicht reduziert, sondern mit Stärke gedickt war.
Desserts wie eine in Filoteig gebackene Banane mit Orangenbutter und Schokoladensorbet oder ein sektlauniges Erdbeersüppchen mit Champagnereisparfait überraschen angenehm. Was will man auf einem Campingplatz mehr?
Wer des Bieres beim Campen überdrüssig ist, findet auf der Weinkarte rund 200 Positionen mit einer schönen Auswahl von der Nahe und aus dem Rest Deutschlands, dazu noch ein wenig internationale Weinwelt. Freundlicher Service.

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.