Draußen heile Natur und grüne Tannen soweit das Auge reicht, in den gemütlichen hellen Stuben Gebrutzel und Duft aus der offenen Schauküche, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Den Köchen schien es ebenso zu ergehen: Ständig steckten sie sich Häppchen in den Mund – dass Gäste darüber nicht begeistert sind, stört sie nicht. (Auch wir verstehen unter dem Karten-Motto „Kulinarisches aus unserer Schauküche“ etwas anderes.)
Immerhin blieb genug Erfreuliches übrig: die Harmonie einer sämigen Kräuterschaumsuppe mit gegrilltem Lammlolly an Zitronengrasspieß, der Wohlklang von rosa gebratener Entenbrust unter knuspriger Haut mit karamellisiertem Gemüse und Thymian-Kartoffelklößchen, die Attraktivität einer maßvoll kalkulierten Weinauswahl mit namhaften Produzenten von nah und fern, bis hin nach Chile.
Aus der Ferne kommen auch Straußensteak und, wer’s glaubt, „bestes Kalbfleisch aus den Niederlanden“.
Dass die Küche Babygemüse avisiert und zerbrochene Tranchen ihres nicht sonderlich aromatischen Haselnuss/Schoko-Parfait mit Beerendekoration servieren lässt, wundert uns weniger als die Mankos des halbwegs freundlichen Damenservice beim Abräumen überzähliger Gedecke oder bei der Weinberatung
Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.