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Landgrafenstube

Das noble Ambiente weckt hohe Erwartungen. Die stilvoll eingerichteten Räumlichkeiten haben ihren Charme und bewirken eine überaus angenehme Atmosphäre.
Schade, dass die Küche lange Zeit ihren Ehrgeiz so versteckte wie einst der Kurfürst den ­Reformator Luther als Junker Jörg und sich mit ­einer Verköstigung von Touristen begnügen wollte. Nun holten die Burgherren den früheren ­Küchenchef Peter Herrmann für einen turn around zurück. Das Ziel: „Eine aromenreiche Burgküche mit regionalen Produkten, die durch ihre urtümliche Einfachheit besticht und inspiriert wird von den Rezepturen ländlicher Weinbaugebiete Europas.“
Wie nahe ist diesem Konzept der gebratene Bachsaibling mit Pfifferlings/Nektarinen-Salat und Pistazienpesto? Spaß beseite, wir sind ja hier laut Untertitel der Karte in einem „Gasthof für fröhliche Leut“. Und die mögen sicher die Burgvesper (ein nahrhafter Teller Thüringer Antipasti), den Wels aus dem Gemüsesud mit Schafskäsesauce, Lammschulter mit körniger Senfsauce, Filet vom Hereford-Ochsen, Panna cotta von Heidelbeeren oder leckere Schokoladentarte…
Die umfangreiche, gut sortierte Weinkarte reicht fast um den Globus, der wunderbare Blick von der Aussichtsterrasse über den Thüringer Wald bis hinein nach Hessen.
Drinnen bietet der Blick über den Tellerrand ein Interieur mit unaufdringlichem mittelalterlichem Stil, viel Holz und relativ dezentem Farbenreichtum. Das Ambiente ist im Vergleich zum äußeren Burgeindruck luftig, die Tische sind großzügig gestellt. Gleichsam goldgerahmt wirkt das alles durch die riesengroßen Fenster mit Panoramasicht.

Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.