Die malerische Mühle, abseits der gängigen Wege im idyllischen Ohrnbachtal gelegen, bietet einen Mix aus mediterran und regional. Kein Wunder, hat doch die Wirtsfamilie Wewetzer ihre Wurzeln in Italien.
Sohn Roberto setzt am Herd nicht zu kulinarischen Höhenflügen an, sondern bietet bodenständige Gerichte aus guten Produkten. So erfreute beim roh marinierten Thunfisch mit etwas Fleur de sel, Limone und Algen vor allem die Qualität des Fischs. Gleiches galt für den Loup de mer, den der Chef im Ganzen mit reichlich gutem Olivenöl, Knoblauch, Tomatenwürfeln und Kapern saftig im Ofen garte und mit Chicorée servierte, der mit etwas Parmesan gratiniert war. Erstklassig und selten aromatisch auch die Lammkoteletts mit ordentlicher Fettschicht, die von dezent knoblauchgewürzten grünen Bohnen trefflich begleitet wurden.
Wer’s lieber regional mag, ist mit Kotelett vom Schwäbisch-Hällischen Schwein auf Rahmkohlrabi oder Kartoffelsuppe mit gebratener Blutwurst ebenfalls bestens bedient. Die Desserts fallen arg schlicht aus und kommen kaum über das Niveau der allgegenwärtigen Crème brûlée oder einer Panna cotta mit marinierten Mangos hinaus.
Abgekommen scheint man mittlerweile von der völlig überzogenen Preispolitik zu sein, die Gerichte bei unseren letzten Besuchen waren jedenfalls allemal ihr Geld wert. Die Weinkarte ist nach wie vor winzig, aber sorgfältig zusammengestellt. Nur der Offenausschank könnte Besseres bieten.
Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.