Hier kreuzt das gastronomische Flaggschiff der italienischen Flottenphalanx von Giuseppe Fusco. Und man muss dem Padrone zu Gute halten, dass er 30 Jahre lang dafür sorgte, dass das Rossini das beste und nobelste Ristorante in Düsseldorf ist – vielleicht sogar bleibt, aber nur, weil auch andere Italo-Traditionalisten schwächeln.
Nach wie vor wird klassische und traditionelle italienische Küche zelebriert. Ambiente und Tafelkultur sind elegant, der Service gibt sich souverän-langweilig und von alter Schule, die italienischen (und französischen) Weine sind nach wie vor ausgesucht und überteuert.
Aber der allzu häufige Wechsel der Küchenchefs (zuletzt Daniele di Fabio, aber das kann sich über Nacht geändert haben) hat nicht dazu beigetragen, klare Linie und Konstanz des Speisenangebotes zu bewirken. Die Karte klingt oft sehr eindrucksvoll: Wolfsbarsch auf Zucchiniblüte und konfierter neapolitanischer Tomate mit Safran (sehr ähnlich die Zucchiniblüte gebacken mit Sommertrüffel in Safranschaum) oder Schwarzfederhuhn auf Balsamicokirschen, Steinpilzen und Norciatrüffel. Aber was sollen wir von weniger gekünstelten Formulierungen halten wie Melonensüppchen mit Pinienkernen, Schokoladentörtchen mit Erdbeeren oder gar Dialog von Thunfisch mit Limette. Was auf dem Teller aus der Küche kommt, ist häufig eine Spur ernüchternd, manchmal kurios. Die Fischsuppe mit Hummer und Artischocken ist stark tomatendominiert. Beim St-Pierre fragt, man sich, ob er wohl wegen Problemen mit der Frische konfiert zubereitet wird und warum er ausgerechnet mit Gänseleberbrot kombiniert werden muss. Und das Thunfischtatar schwimmt als Streifen von Thun und Ingwer in einer warmen Kräuternage.
Da wünschen wir uns doch etwas mehr schlichte Klarheit.
Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.