Leinen los, Kurs Ausflugsgastronomie? In der Kombüse sind handwerkliche Schwächen unübersehbar. Als Carpaccio von Thunfisch bekamen wir drei kleine, sehr dicke, leicht marinierte, ungewürzte Fischscheiben mit etwas Avocadomus und kleinem Salat. Ein Filetstück vom Loup de mer, das vor Matschigkeit fast auf dem Teller zerfiel, lag auf ungewürzten Pfifferlingen und ein paar dünnen Kohlrabischeiben; die dazu angepriesene Langustinensauce schmeckte nur nach Sahne.
Bei den in Würzöl gebratenen Riesengarnelen war bloß der Salatberg mit ausdrucksloser Vinaigrette riesig. Sehr enttäuschend, wenn als Bouillabaisse ein dünner Gemüsefond mit etwas Möhren und Staudensellerie, wenigen kleinen Stücken Lachs und Heilbutt sowie zwei Crevetten aufgetischt wird, und man bei der Crème brûlée vergeblich den angekündigten Geschmack der Tahiti-Vanille sucht.
Tadellos nur der Lammrücken mit sehr pikanter Kräuter/Sardellen-Kruste, mediterranem Gemüse und kräftigem Thymianjus.
In dem angenehmen, mit Sylt-Flair eingerichteten Restaurant – beeindruckend ein großer Original-Kachelofen von der Insel im Eingangsbereich – agieren die jungen Servicedamen freundlich und zuvorkommend, italienisch und französisch geprägte Weinkarte.
Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.