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Alte Sonne

Der sympathische Laurent Durst mutet sich im belebten Ludwigsburg viel zu: das Terrassengeschäft, bodenständige Küche fürs s’Laurent und Grande cuisine im zeitlos modernen Restaurant. Dessen Ambiente und Einrichtung lenken nicht allzu sehr von den Tellern ab – allenfalls dann, wenn ein Tatar vom ältlichen Lachs auf Kokoscrème als Amuse-bouche gereicht wird. Gottlob muss man nach solchem Fauxpas keinen misslingenden Abend fürchten. Denn dann kommt als Escabèche von der Rotbarbe mit Büsumer Krabben ein opulentes Gericht: Sushirolle und Carpaccio von Rouget Barbet sowie feines Tatar und Croustillant von Krabben, angegossen mit einer am Tisch gemixten Zitronen/Olivenöl-Emulsion. Von hohem Genusswert auch der gebratene Nagelrochen auf Räucherforellen-Brandade mit Barigoule-Artischocke, pikant mit Raz el Hanout gewürzt. Das gehaltvolle Süppchen vom Muskatkürbis mit gerösteten Kernen und seinem kräftigen Öl hatte luftige Konsistenz.
Pikant kam in Jaipur-Curry gebratene Seeteufel, delikat das Kalbsfilet mit Boudin-Kruste und futuristisch angerichtet das Alb-Reh als Medaillon in Wacholderhülle und als Bourguignon von der Keule mit Apfel, Wirsing und Maronencrêpe.
Zu süßer Letzt zeigte uns der Meister, was man alles Verführerisches aus der kleinen Elsässer Mirabelle machen kann: Salat mit Espuma, der reichlich Mirabellenbrand intus hatte, frisch bereitetes Eis, Gelee als Quader, Mousse im Baumkuchenmantel, mit Mandelmasse überbackenes Gratin – Chapeau Chef!
Der Keller ist, unter besonderer Berücksichtigung Württembergs und Frankreichs, küchengerecht bestückt. Wer bei den Offenen nicht fündig wird, holt sich beim Service kompetente Beratung. Der ist auch sonst freundlich engagiert.
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Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.