In schönster Lage, am berühmten Marktplatz neben dem alten Rathaus. Außen im alten Fachwerkstil, aber innen modern mit wohltuendem Ambiente, hell und freundlich. Der Blick durch das Glasdach des Atriums, in dem links und rechts hübsch gedeckte Tische stehen, lässt erkennen, dass zwei Häuser verbunden wurden. Die nach Hexen, Rittern oder Bohlen benannten Stuben sind großzügige, gepflegte Räume mit freundlichem jungem Service.
Die Bohlenstube, das kleine grüne Gourmet-refugium, ist nur an vier Abenden in der Woche geöffnet und widmet sich besonders jenen Gästen, die bei „dekonstruierter Gazpacho“, „gefrorener Löwenzahnblüte mit elektrisierender Wolke und zerplatzter frischer Luft“ sowie bei Käse mit „dehydriertem Gemüse“ und „Fusion von Rhabarberstiel mit Waldmeisterblättern“ den kulinarischen Fortschritt erschmecken können.
Wer den schon démodé findet oder nie der Mode wert fand, dem bleiben Chartreuse vom heimischen Stör mit Imperial-Kaviar, Loup de mer mit Risotto sowie Etouffée-Täubchen mit Stopfleber und Blumenkohl/Mandel-Püree im Knuspercannellono.
Wer davon nicht satt wird, kann in eines der anderen Stübchen wechseln und sich Tatar vom rohen Lachs auf Pumpernickel mit Radieschen und marinierten Wildkräutern gönnen oder geschmorte Lammschulter auf pikantem Bohnenpanaché. Oder vom Havelländer Apfelschwein kleine zarte Koteletts probieren, zu denen es Brunnenkresse-Spinat und Auberginen sowie eine köstliche kräftige, pikant süßsaure Sauce gibt.
Auch die Desserts sind kreativ und meist kalt und fruchtig. Vom Himbeertörtchen und der Nougatschokolade mit grünem Apfel/Rucola-Eis würden wir gern immer wieder naschen; auf das Duett von Wassermelone und Mascarpone mit gefrorenen Gewürzen könnten wir notfalls verzichten.
Die fair kalkulierte Weinkarte ist erfreulich gut sortiert, auch mit Saale-Unstrut-Weinen, viele sind auch offen zu haben.
Restaurantbewertung aus GAULT MILLAU Deutschland 2011.