Wie der WeinGuide entsteht
Ein Dutzend Weinjournalisten verkostete und bewertete für diesen Führer mehr als 12.000 Weine, besuchte Winzer und entdeckte neue Talente. Ein logistisches Großprojekt, bei dem jeder Schritt wohl durchdacht ist. Ein Blick hinter die Kulissen.
Ein großer Teil der Verkostungsarbeit erscheint niemals im Führer, denn nur die interessantesten Weine der 640 beschriebenen Erzeuger werden einzeln aufgeführt und bewertet. Von den über 300 »Weiteren empfehlenswerten Betrieben« werden ebenfalls komplette Kollektionen verkostet und bewertet, wie auch von rund 200 weiteren Betrie-ben, die zu guter Letzt im WeinGuide keine Berücksichtigung finden konnten. Alles in allem ergibt das bei durchschnittlich zehn oder zwölf verkosteten Weinen pro Betrieb eine Gesamtzahl von weit über 12.000 Weinen. Hunderte von Kartons werden ausgepackt, die Lieferscheine mit dem Kartoninhalt abgeglichen, die Weine sortiert und in einer Datenbank erfasst. Von den Winzern wird keine Prüfgebühr erhoben!
Auswahl von Winzern und Weinen
Die Betriebe werden im Frühjahr eingeladen, eine Jahrgangskollektion quer durch ihr Sortiment zur Verkostung einzureichen. Hierbei werden ganz gezielt auch die einfacheren Qualitäten des Betriebes angefordert, etwa in der Literflasche, denn diese gibt es meist in größerer Auflage. Durch Abfrage der Flaschenzahl wird verhindert, dass durch die Ein-sendung von Spezialabfüllungen in kleiner Auflage der Gesamteindruck geschönt wird. Meist werden pro Betrieb sechs bis zwölf verschiedene Weine vorgestellt, große Güter schicken auch schon mal die doppelte Menge: Rekord sind bislang 48 Weine eines einzigen Gutes! Fassproben werden nur unter dem Vorbehalt einer weiteren Verkostung nach der Abfüllung akzeptiert.
Das ganze Jahr über suchen die Autoren bei Messen und Präsentationen neue Talente. Die Sichtung von Verzeichnissen offizieller Prämierungen hat sich als ebenso hilfreich erwiesen wie die Empfehlungen von Winzern und Sommeliers. Immer häufiger bewerben sich aufstrebende Winzer auch von sich aus.
Wird offen oder blind verkostet?
Pro Verkostungstag werden sechs bis acht Kollektionen probiert. Die Proben erfolgen betriebsweise und sind in der Regel offen: Im ersten Schritt geht es darum, den Stil des Gutes im Vergleich zu den Vorjahren zu erfassen sowie Stärken und Schwächen im jeweiligen Angebot zu sichten. Eine Blindverkostung macht hier keinen Sinn. Die best-bewerteten Weine der verschiedenen Betriebe werden dann am Schluss des Tages gruppenweise erneut probiert, um einen Quervergleich zu ermöglichen. Nach Abschluss der Verkostungen aller Kollektionen eines Anbaugebietes steht die regionale Finalprobe an, bei der die höchstbewerteten Weine der jeweiligen Region in verschiedenen Geschmacksgruppen erneut verkostet werden, oft auch hier blind. Höhepunkt des alljährlichen Probenmarathons ist schließlich die bundesweite Finalprobe, bei der die bestbewerteten Weine der regionalen Ausscheidungen erneut auf dem Prüfstand stehen. Dabei verkostet eine große Gruppe der Regionalverantwortlichen gemeinsam die Weine. Auch bei dieser Verkostung erfolgen zusätzliche Blindproben, um die Ergebnisse der offenen Verkostung zu überprüfen. Mehr zur Blindverkostung finden Sie auf Seite 69.
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