Melanie Wagner - Sommelier des Jahres 2010
Sommelier des Jahres 2010
Und das schreibt der GAULT MILLAU Deutschland 2010 über den Sommelier des Jahres: 
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise macht offenbar einen Bogen um diesen Traditionsgasthof. In den gemütlichen Gaststuben und auf der verglasten, blumengeschmückten Terrasse bleibt mittags wie abends kein Stuhl leer. Patron Fritz Keller setzt auf Bewährtes: Hubert Pfingsttag als souveräner, angenehm zurückhaltender Maître und der gebürtige Venezolaner Anibal Strubinger als Küchenchef mit ruhiger Hand sind fast 30 Jahre in Lohn und Brot (das hier übrigens selbst gebacken wird). Sie kennen die meisten Gerichte seit Arbeitsbeginn. Modetorheiten kommen fast gar nicht, Veränderungen nur vorsichtig und beste Produkte tagtäglich ins Repertoire. In dem wurzeln auch verlässlich solides Kunsthandwerk,gastfreundliches Preis/Leistungs-Verhältnis und üppige Portionierung.
Die Klassiker des Hauses bleiben en vogue: die kleinen, zarten Froschschenkel aus dem Mâconnais in Kräuternage mit einem Hauch von jungem Knoblauch, die getrüffelten Poularde wahlweise frisch aus dem Ofen, in der Meersalzkruste gebraten oder in der Blase gegart, gefüllt mit Gänseleber, Reis und Gemüse, die Ente aus der Bresse und der Rinderrücken vom Charolais. Daneben tut sich Neues schwer. Roh marinierte Jacobsmuscheln auf Carpaccio vom Gelbflossenthunfisch mit frisch geriebenem Meerrettich und à part zwei Flusskrebsschwänze in würzigem Seeigelschaum wirken hier schon sehr gewöhnungsbedürftig. Niemanden erstaunt hingegen dreimal Beurre blanc auf der Karte: zum St-Pierre mit Perlgraupen-Risotto, zu Jacobsmuscheln mit Spargelragout, zu gebratenem Steinbutt auf Kartoffel/Kapern-Ragout. Davor könnte man mit Minze parfümierten Erbsenschaum mit Räucheraal und krachenden Croûtons nehmen, danach Apfel/Karamell-Schaum mit Gelee vom hauseigenen Apfelbrand und Malaga-Eis, Früchte-Minestrone mit Rumemulsion und ein von einer Baiser-Kugel kunstvoll umschlossenes Kokos/Limetten Sorbet.
Im fast schon legendären Weinangebot (2200 Positionen) verblüfft die sensationelle Bordeaux-Auswahl selbst hoch(ver)mögende Connaisseurs. Melanie Wagner, die Hüterin des Schatzes hat trotz ihrer Jugend schon soviel Weinverstand, dass man glauben könnte, sie verbringe jede freie Minute im bis zu 112 m tiefen Naturfelsenkeller des Hauses, um jede Flasche persönlich kennenzulernen. Die zuvor als Winzerin ausgebildete Gastronomentochter empfiehlt die Adler-Weine sowie deutsche Rieslinge und reife Bordeaux so kenntnisreich und unaufdringlich zu den Gerichten, dass wir sie mit Freuden zum Sommelier des Jahres küren.




