10 Fragen an… Fritz Karl

Es gibt nahezu kein Essen, das nicht kritisiert wird

1967 im oberösterreichischen Gmunden geboren, ist Fritz Karl heute eines der bekanntesten Gesichter im deutschsprachigen Film und Fernsehen. Neben seinem Beruf gilt als Sohn zweier Gastronomen seine große Leidenschaft auch der Küche – und die teilt er mit seiner Lebensgefährtin Elena Uhlig, ebenfalls Schauspielerin und Mutter von vier seiner sieben Kinder. Gemeinsam haben die beiden das Format auf Uhligs Instagram-Kanal „Hot Cuisine“ in ein Kochbuch übersetzt – mit viel Leidenschaft, Charme und noch mehr Augenzwinkern. Gault&Millau verlost fünf Exemplare des Buchs und fragte bei Fritz Karl nach, wie Küche in einer Großfamilie funktioniert. Und wo die Parallelen zwischen Schauspielerei und Kulinarik liegen.

Sie haben kürzlich gemeinsam mit Ihrer Lebensgefährtin Elena Uhlig ein Kochbuch veröffentlicht. Wie kam es zur Idee – und zu den Rezepten?

Die Grundidee kam eigentlich von der Uhlig, die auf Instagram eine Kochsendung machen wollte. Um dieser ganzen Geschichte ein wenig Würze zu geben, haben wir zwei Kunstfiguren erschaffen – Éléne und Frédéric, in deren Leben es um Liebe, Sex und Butterbrot geht. Das ist auf Instagram regelrecht explodiert, kurz darauf ist ein Verlag an uns herangetreten – und so entstand das Kochbuch „Hot Cuisine“. Das Witzige und Innovative an dem Buch sind die QR-Codes, mit denen man Videos zu den verschiedenen Rezepten bekommt.

Das Buch ist gleich auf den ersten Blick sehr französisch – Ihre bevorzugte Küche? Warum?

Das ist naturgemäß die bevorzugte Küche von Frédéric, weil er Franzose ist. Ich selbst koche quer durch die Bank, weil ich mich ungern auf ein Rollenfach festlegen lasse – auch in der Schauspielerei nicht. Es ist immer schön, wenn man aus verschiedenen Bereichen wählen und in Neues eintauchen kann. In der Küche und im Beruf.

Sie haben sieben Kinder, ich gehe davon aus, dass nicht alle alles essen. Das würde heißen, dass es in Ihrer Küche oftmals rund geht…

Von den Kindern sind drei bereits erwachsen, der Älteste war selbst in der Gastronomie tätig, ist jetzt aber beim Film. Auch meine Tochter war von den Großeltern angefixt, die ein Restaurant am Traunsee hatten. Was die Kleineren betrifft, die jetzt 15, 12, 7 und 4 sind, ist das – sagen wir – kulinarisch manchmal schwierig. Wenn ich an unseren letzten Urlaub denke – meistens landeten wir da bei Pommes mit Mayo, Pizza, Burger, Fisch. Wobei der Fisch für mich war.

Und wenn daheim gekocht wird?

Dann gibt es nahezu kein Essen, das nicht kritisiert wird. Lebensmittel und Essen sind in unserem Haushalt sehr hoch angesehen. Eine sichere Bank sind Jiaozi, das sind asiatische Teigtaschen, gefüllt mit Garnelen, Huhn oder Gemüse. Die machen wir dann alle zusammen und das macht auch Sinn – immerhin müssen es dann gleich 100 Stück sein.

Was kommt zu Weihnachten auf den Tisch?

Das kommt drauf an, ob wir in der Kern- oder in der Großfamilie feiern. Sind alle beisammen, kommen wir auf 25-30 Personen, und da ist dann auch alles dabei – vom Fisch bis zum Wild. Und jeder bereitet selbst etwas vor. In der Küche des Hauses, in dem gefeiert wird, wird nur noch finalisiert.

Sie sind gebürtiger Österreicher, arbeiten und leben aber auch viel in Deutschland. Geht Ihnen dort etwas ab, aus kulinarischer Sicht?

Eher meiner Frau als mir. Brötchen vom Trzesniewski sind beispielsweise das Erste und das Letzte, wenn wir in Wien sind. Ich hingegen kriege hier eigentlich alles, sogar Marillen aus der Wachau. Das Einzige, das ich mir aus Oberösterreich mitnehme, ist frischer Schafskäse, direkt vom Bauern.

Welches Gericht beschreibt Sie?

Ein selbst gebeizter Graved Lachs. Der Lachs steht für meine Liebe zum Fischen. Der Gin, mit dem er eingerieben wird, für meine Liebe zum Alkohol (lacht). Er braucht Ruhe, bis er fertig ist, aber verlangt auch Geduld, weil man es nicht mehr erwarten kann, ihn zu genießen.

Und wovon können Sie nie genug bekommen?

Von gutem Wein und gutem Bourbon – Kentucky oder Canadian. Was den Weißwein betrifft, gibt es so fantastisch tolle in Deutschland, im letzten Jahr habe ich auch Südtirol für mich entdeckt. Was beim Kochen gilt, gilt übrigens auch hier: Es wäre schade, würde man sich nur auf ein Land oder eine Region beschränken.

Führen Sie Buch über die Weine, die Ihnen besonders schmecken?

Das hab ich mal gemacht, aber ich hab damit wieder aufgehört. War zu viel Arbeit (lacht).

Bei so viele Liebe zum Wein haben Sie doch sicher einen Weinkeller? Welche besondere Flasche befindet sich dort?

Ich habe einen in München mit 70 Flaschen, in Oberösterreich an die 110, nach neuester Zählung. Wobei ich sagen muss: Ich bin kein Sammler. Ich warte nicht auf spezielle Anlässe wie Geburtstage, Schulabschlüsse oder Ähnliches – dafür genieße ich zu gerne. Mir reichen Menschen wie mein Vater, die Familie oder Freunde, die guten Wein auch zu schätzen wissen. Manchmal muss ich mich aber schon ein bisschen zusammenreißen, den Wein nicht zu früh zu öffnen.

INTERVIEW Ursula Macher / FOTOS 31Media GmbH/Ben Fuchs

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